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Prestige – Summer 2007

Vom Computer-Freak zum Millionär

Während damals seine 13- und 14jährigen Altersgenossen gegen pubertäre Schübe und lästige Pflichten ankämpften, hat Christian Jagodzinski seine Leidenschaft für Computer entdeckt, diese ausgelebt, den ersten Online-Bookshop mit einer Datenbank von einer Million Buchtiteln erschaffen, mit Amazon ein lukratives Geschäft mitsamt dickem Aktienpaket unter Dach und Fach gebracht und wurde Millionär. Mit 16 Jahren erhielt er die Lizenz, seine eigene Firma zu gründen und war Deutschlands jüngster Firmeninhaber. Der viersprachige Unternehmer, der sein Studium an der LMU in München in nur drei statt sechs Jahren mit einem BWL-Diplom absolviert hat, während er gleichzeitig mehrere Firmen führte, lebt heute in Miami und hat nicht nur eine Marktlücke, sondern eine Goldgrube entdeckt: Villazzo. Urlaub vom Feinsten und nur das Beste vom Besten.

Miami, wunderschönes Wetter, die Sonne brennt. Christian Jagodzinski spricht schnell, ist sympatisch, lacht viel und erweckt alles andere als den Anschein, ein reicher Yuppie zu sein.

PRESTIGE: Herr Jagodzinski, als Teenager haben Sie sich mit gänzlich anderen Dingen beschäftigt, als Ihre Schulkameraden.
Christian Jagodzinski: Ja, Computer fasziniert mich, und ich begann mich als 13 jähriger damit  auseinander zu setzen. Mit 16 arbeitete ich nebenbei für verschiedene Unternehmen.

Für die Firma ABC Televerlag war ich Software Developer, schrieb frontpage-ähnliche Software für Commodore 64, entwickelte das Protokoll sowie die Decoder-Software für das OSI Modell und ich erstellte unter anderem CD-Roms für den Deutschen Buchmarkt.

PRESTIGE: Mit 16 Jahren grüdeten Sie Ihre eigene Firma?

Christian Jagodzinski: Ja. Zusammen mit einem Freund arbeiteten wir sehr oft für ziehmlich wenig oder gar kein Geld. Wir beschlossen , unsere eigene Firma zu gründen und als gleichberechtigte Partner für unsere Arbeit Geld zu verdienen.

PRESTIGE: Und irgendwann kam Amazon, der Riese, auf Sie zu. Wie das?

Christian Jagodzinski: Amazon waren in den USA sehr stark, hatten dort jedoch kein Europa-Geschäft im Online-Bestellwesen. Sie wollten weniger unsere Systeme als unser Team, unsere Marktpräsenz und unser Know-How. 1998 kamen sie auf uns zu, um den internationalen Markt bedienen zu können. Deutschland war bis zu diesem Moment der grösste Buchmarkt in Europa. Der Business Development Manager rief uns an, und schon beim zweiten Treffen wollten sie uns und unsere Programmierung kaufen. Gemeinsam mit Amazon Deutschland reisten wir nach Seattle und eins führte zum anderen.
PRESTIGE: Und dann haben Sie verkauft?

Christian Jagodzinski (lacht): Ja, dann haben wir verkauft. Goldmann & Sachs haben den Verkauf organisiert.

PRESTIGE: Haben Sie den Preis bestimmt?

Christian Jagodzinski: Nein, wir haben die goldene Regel befolgt – nenne nie im Vorfeld einen Preis. Der Verkaufspreis lag bei stolzen 32 Millionen US Dollar. Wir mussten noch ein Aktienpaket annehmen, das jedoch blockiert war und erst nach einem Jahr vekauft werden durfte. Was aber schlussendlich unser Glück war, da innerhalb dieses Jahres der Aktienwert regelrecht explodiert ist.

PRESTIGE: Und dann sassen Sie auf Millionen. Wie fühlte sich das an?

Christian Jagodzinski (lacht): Ehrlich gesagt, benötigte es in der Tat ein paar Jahre, bis man sich an so viel Geld gewöhnt. Klar, auch ich habe mir Träume erfüllt und typische Dinge gekauft. Einen Ferrari als Zweitwagen oder ein Haus in Miami – das aber so stark renovierungsbedürftig war, dass es eine Unsumme an Geld verschlungen hat. Speziell dann, wenn Handwerker feststellen, dass man reich ist, verdreifachen sich die Preise.

PRESTIGE: Und man wird zum Freiwild für heiratswillige Mädels.

Christian Jagodzinski (lacht): Oh ja! Speziell in den USA merkt man, im Gegensatz zu Europa, welchen Stellenwert Geld und Reichtum einnehmen. In Europa ist Geld eher zweitrangig. In Frankreich zum Beispiel geht man Abends gern gut essen, geniesst das Zusammensein mit Freunden, als mit Geld oder Vermögen zu protzen. In Amerika wollen von 100 Personen alle 100 sehr schnell sehr viel Geld verdienen.

PRESTIGE: Macht Reichtum schön und Erfolg sexy?

Christian Jagodzinski: In den Usa macht Geld begehrenswert. Ob das auf lange Sicht glücklich macht, sei dahingestellt. In den USA gibt es eine spezielle Gruppe von Frauen, die es auf reiche, ältere Männer mit Ballonbauch abgesehen hat. Wobei das Heiratsrecht in den USA sehr zu Ungunsten des Mannes funktioniert. Bei einer Eheschliessung ohne Ehevertrag steht das Vermögen des Mannes automatisch zu 50 Prozent der Frau zu. Sein gesamtes Vermögen, nicht etwa der Zugewinn, der während der Ehe erwirtschftet wird. Und so mancher wurde dadurch ruiniert.

PRESTIGE: Wen haben Sie geheiratet?

Christian Jagodzinski (lacht): Keine Amerikanerin. Eine Deutsche.

PRESTIGE: Danach haben Sie Villazzo gegründet und einen neuen Standard im obersten Luxussegment mit einer neuen Generation mietbarer Luxusvillen gegründet.

Christian Jagodzinski: Nach dem Verkauf der Firma und der Aktien und nach jahrelangem Arbeiten habe ich mir eine Auszeit gegönnt und bin – ich war ja gerade 29, 30 Jahre – herumgereist.

Ich habe Yachten und Flugzeuge gechartert und habe in Luxushotels gewohnt. In Luxushotels gelten im Gegensatz zu Luxusvillen bestimmte Regeln. Obwohl man in Villen mehr zahlt, als im Hotel, erhält man praktisch keinen Service. Die Oberklasse der grossen Hotels ist vernünftig organisiert, hat Standards in Qualität, Management und Service. Bleibt aber anonym, ohne Privatsphäre und persönlichen Service. Das Luxussegment im Villenmarkt beschränkt sich auf teure Häuser – une niemand kümmert sich um Hotelausstattung, Management und Personal. Niemand versucht, von vornherein auf alles vorbereitet zu sein, um den wahren Luxus zu bieten. Das ist mit dem Villazzo-Konzept anders.

PRESTIGE: Somit haben sie beschlossen diese Marktlücke zu füllen.

Christian Jagodzinski: Ich hatte eigentlich nur als Investor auftreten wollen und habe einen General Manager eingestellt, der sich darum kümmern sollte. Fachlich gesehen stammte er aus dem Mietwesen, was einerseits für unser Villazzo-Konzept vorteilhaft ist, andererseits aber daran scheiterte, dass er kein Hotelier war. Die Arbeit in einem Hotel umfasst mehr als die Arbeit einer Concierge. Aus diesem Grund rekrutieren wir nur noch Personal aus dem Hotelgewerbe.

PRESTIGE: Wie funktioniert das Prinzip von Villazzo und was ist Villazzo?

Christian Jagodzinski: Villazzo ist eine neue Generation mietbarer Luxusvillen. Villazzo kombiniert den persönlichen Service eines Luxus-Boutique-Hotels mit der Privat- und Intimsphäre einer eigenen Villa. Das Ergebnis ist das VillaHotel. Die erstklassigen Privatvillen mit drei bis acht Schlafzimmern, mindestens einem Pool und durchschnittlich 2'400 Quadratmetern Fläche im Wert von je 2 bis 20 Millionen US Dollar, können exclusiv gemietet werden. Jede der Villen verfügt über architektonische und historische Bedeutung. Zur Zeit vermieten wir luxuriöse Anwesen an den besten Adressen in Aspen, Miami, Marbella, St. Tropez und seit Januar 2007 ebenso im französischen Ski-Ort Courchevel. Ziel von Villazzo ist es, in jeder der bestehenden Destinationen auf maximal zehn Villen anzuwachsen. Unser Konzept unterscheidet sich aber von normalen Mietvillen.

PRESTIGE: Was bieten Sie darin an?

Christian Jagodzinski: In jeder der unterschiedlichen Villen garantieren wir einen VillaHotel Standard, die VillaHotel Transformation durch Villazzo-eigene Produkte sowie den VillaHotel Service, der Experten für jedes Bedürfnis zur Verfügung stellt. Wir transportieren das Hotel samt Service sozusagen in die Villa, stellen Bulgari-Badeprodukte zur Verfügung, Villazzo-Handtücher, Butler, Privattrainer, sofern das gewünscht wird, und achten bei allem auf unsere drei Pfeiler – alle Häuser entsprechen einem gewissen Standard, Transformation sowie Hotel-Service. Bei der Ankunft von Gästen steht ein Kofferträger bereit, ist ein kleines Büffet aufgebaut und es gibt eine Führung durch das Haus. Room-Service-Kellner bringen Speisen vorbei, richten diese an, gehen wieder und räumen das Geschirr später wieder ab. Gäste geniessen ihre Intimsphäre. Oder aber sie möchten das Restaurant zu sich in die Villa holen. Dann steht ein Koch mitsamt Bedienung zur Verfügung. Eine Villa die wir in die Villazzo-Gruppe aufnehmen, muss unserem Standard entsprechen. Ist dieser nicht gewährleistet, müssen fehlende Details wie zum Beispiel ein Wireless-Internetanschluss zu Lasten des Villen-Inhabers gekauft, gebaut oder installiert werden.

PRESTIGE: Wer sind Ihre Gäste?

Christian Jagodzinski: Alle möglichen Menschen. Vom 20jährigen Saudi-Prinzen bis zum 70jährigen Profi-Golfer in Rente. Aktuell werden unsere Villen sehr stark von Börsenmanagern genutzt, aber auch von normalen Geschäftsleuten, die sich, statt in einem Four Seasons einzuquartieren, lieber in einer unserer Villen mieten.

PRESTIGE: Sind Sie ein Wunderkind?

Christian Jagodzinski (lacht): Nein. Ich war immer schon sehr weltoffen, und was ich mache bereitet mir Spass.